Montag, 19. Juli 2021

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Hotel sucht Foto von Privatkonzert

Der Papst spinnt
Im "Klerusblatt"
Ironisches und
Kriminelles.
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Gesittete "Bild"-Blockade
In Hannover

Die spinnen, die Schweden
Neues Gesetz geplant

Ein Sexualprofessor aus Bielefeld
Hat nur euphorischen Sex

Der Bikini
Kommt wie aus dem Nichts in Mode

Gott ist kein Ami!
Antwort auf einen Leserbrief aus Langenzenn

Diese Intellektuellen reduzieren
Eine Generation auf Rudi Dutschke

Früher DDR
Und heute werden sie sogar vom "Spiegel" vermisst

Hannes Wader
Echo für Lebenswerk

Wieder beginnt ein neues Zeitalter
Ohne Kriegsminister?

Ein Mord in Berlin
2. Juni 1967

Legalize Kamillentee
Wohnanlage auf "Uschi-Obermaier-Hügel"

Impressum

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel
heinzpetertjaden03@gmail.com
Seit 1. Februar auf Madeira 
www.madeiraobserver.eu 

Falls Sie Zeitungen, Zeitschriften und andere Publikationen aus dem Jahr 1968 erübrigen können, ich bin ein dankbarer Abnehmer.

Hinweis zu Links und Bannern:

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Paul spielt

In einer Hotelbar an der Algarve Klavier

Für uns war die musikalische Sache damals klar: Entweder man war für die "Beatles" oder man war für die "Stones". Alle anderen Bands wurden von uns Jungs müde belächelt. Die Namen der Bandmitglieder haben auch heute noch einen guten Klang, zu den ganz Berühmten gehört Paul McCartney. Dennoch scheint es von einem seiner Konzerte keine Fotos zu geben. Sollte jemand trotzdem eins haben, darf er sich auf drei Übernachtungen im Penina Hotel an der Algarve freuen. Einfach das Foto an pt-marketing@jjwhotels.com schicken. 

Um dieses Konzert geht es: Dezember 1968, Paul McCartney geht nachts in das Penina Hotel, um fünf Pfund in Escudos zu wechseln. In der Bar wird er von der Band "Jota Herre" erkannt. Der "Beatle"-Star setzt sich ans Klavier und unterhält die Gäste, die noch in der Bar sind. Je länger er spielt, desto voller wird die Bar, bis sie rappelvoll ist.

Dann fällt Paul McCartney auch noch ein Song ein, den er "Penina" nennt und der später von "Jota Herre" bearbeitet worden ist. Dazu heißt es in der Pressemitteilung des Hotels: "Es ist das einzige Lied, das Paul McCartney während der "Beatles"-Zeit außerhalb der Band komponiert hat."

Freitag, 12. April 2019

Der Papst spinnt

Hat der Teufel diesen Spruch gemacht?
Im "Klerusblatt"

Mit 91 Jahren, da fängt das Spinnen an. Mit 91 Jahren, da hat man...Nicht man, Ex-Papst Benedikt XVI. Der behauptet im bayerischen "Klerusblatt", die 68er seien schuld am Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Die "bisher geltenden Maßstäbe in Fragen der Sexualität" seien "vollkommen weggebrochen".  

Der Nachfolger des 91-Jährigen schiebt übrigens Satan die Schuld in die Schuhe. 

Freitag, 28. September 2018

Rückblick

Nur mit App

"Ein Aufstand der Jugend wäre mal wieder fällig. Aber solange es dafür keine App auf dem Smartphone gibt, sehe ich schwarz. Wir waren insgesamt ein wenig kritischer, aber auch wesentlich fröhlicher als 18-Jährige von heute."

Thomas Gottschalk 

Freitag, 29. Juni 2018

Dienstag, 19. Dezember 2017

Bald 118

Die spinnen, die Schweden: Kein Sex ohne mündliche Erlaubnis

Die 68-er werden nächstes Jahr 118. Ganz alt sehen dann die Schweden aus. So locker wie vor 50 Jahren dürfen sie dann nicht mehr sein. Denn am 1. Juli tritt ein Gesetz der rot-grünen Regierung in Kraft. Nicht nur mit Ministerpräsident Stefan Loefven sind nämlich die Gäule durchgegangen. Angeblich wegen #Me Too, einer weltweiten Kampagne gegen sexuelle Übergriffe.

"Du musst dich bei der Person, mit der du Sex haben willst, erkundigen, ob sie Sex haben will", will die rot-grüne Regierung  den Männern vorschreiben. Alles klar, könnte Mann sagen, noch schlimmer wäre es, wenn Mann auch noch die Eltern der Person, mit der Mann Sex haben will, fragen müsste. 

Erkundigt Mann sich nicht, muss Mann mit einer Anklage wegen Vergewaltigung rechnen. Da sollte Mann sich doch wirklich überlegen, ob Sex noch als Vergnügen gelten kann. Tröstlich ist aber: Frau darf über Mann herfallen. Schon gibt es eine weitere Gesetzeslücke: Wie lange ist die Erlaubnis gültig, wenn Frau nicht über Mann herfällt? Wie oft muss sie von Frau bestätigt werden? 

Im Internet macht Mann sich über das neue Gesetz schon lustig. Vorgeschlagen wird sogar eine schriftliche Erlaubnis. Sex wäre dann allerdings nur noch möglich, wenn Frau auch schreiben kann...So weit wird die rot-grüne Regierung wohl nicht gehen, sobald sich herausstellt, dass am 1. Juli ein idiotisches Gesetz in Kraft getreten ist.

Vor 50 Jahren habe ich übrigens eine Broschüre mit dem Titel "Blumen im Haar-Philishave am Kinn-Polizeiknüppel im Nacken" veröffentlicht, die es immer noch geben würde, wenn nicht passiert wäre, was ich hier schildere.  

Freitag, 24. März 2017

50 Jahre später

Endlich mehr Euphorie vor dem Sex

"Wer zweimal mit der gleichen pennt, der gehört schon zum Establishment" ist von gestern, genauer von den Achtundsechzigern. "Und unter den Talaren der Mief von 1050 (nicht mehr 1000 wie noch 1968) Jahren" ist vom nächsten Jahr. Der Genderismus schlägt dann voll durch. Aber erst einmal will Professor Gerd Bohner, seit 2001 Professor für Sexualpsychologie an der Universität Bielefeld, im Familienausschuss des Deutschen Bundestages aufschlagen.

Der 58-Jährige gibt dort am Montag Tipps für eine Verschärfung des Sexualstrafrechtes. Diese Verschärfung ist erforderlich geworden, weil die vorhandenen Gesetze nicht konsequent angewendet werden (können). Klingt zwar nicht überzeugend, ist aber so. Die AfD hat es gegeben, die Bundesregierung hat es genommen. Das Nein einer Frau soll endlich auch ein Nein sein. Sonst nehmen sich auch noch die Nordafrikaner heraus, was sich sonst nur deutsche Männer herausnehmen dürfen. 

Doch Gerd Bohner will noch mehr - sogar mehr als die heimliche Regierungspartei AfD nämlich. Vor dem Sex soll nach einem "euphorischen Ja" sein. Nur eine begeisterte Zustimmung sei keine entschiedene Ablehnung. Alles andere müsse als Nein gewertet werden. Ist somit strafbar. Flirts. Strafbar. Verführung. Strafbar. Schweigen vor und beim Sex. Strafbar. Sex ohne minutenlangen Beifall. Strafbar.

Der Quatsch von Professor Gerd Bohner: nicht strafbar. Ein Gender bekommt eben keinen Ständer. Wer wüsste das besser als dieser Professor? Der forscht sogar auf diesem Gebiet, Frauenkörper erforscht der nur nach dreifach notariell beglaubigter Zustimmungserklärung des nach einem euphorischen Ja für möglichen gehaltenen weiblichen Sexualpartners. 

Würde Casanova noch leben, wäre er froh darüber, dass er Italiener ist, denn als Deutscher würde er jede Woche für einen Monat im Gefängnis sitzen.   

Dienstag, 5. Juli 2016

Der Bikini

68-er bringen Bikini in Mode

In Mode kam der Bikini aber erst in den 68-ern, als auch die weiblichen people in motion waren und nicht mehr viel Zeit für alles Verhüllendes hatten. Die Hüllen fielen nun auch in Schwimmbädern und an Stränden. Nicht einmal Friedensbewegte störten sich daran, dass der Bikini nach dem Bikini-Atoll im Pazifik benannt worden war. Dort testeten die USA seit dem 30. Juni 1946 Atombomben.

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Donnerstag, 5. Mai 2016

Betr. Langenzenn

"Bild"-Zeitung, 21. Juli 1969
Gott ist gar kein Amerikaner

"O Gott, bewahre uns vor dem Antiamerikanismus der 68er!", schreibt Michael Novosad aus Langenzenn in einem Leserbrief, der in der Mai-Ausgabe des "Cicero" veröffentlicht wird. Einmal abgesehen davon, dass Gott verlässlichen Quellen zufolge gar kein Amerikaner ist, sondern Franzose, sei diesem Fürther Landkreis-Bewohner gesagt, dass "wir" gar keine Antiamerikaner waren. "Wir" waren gegen den Vietnam-Krieg! 

Wenn die Stadt Langenzenn damit wirbt, dass sie für den nördlichen Landkreis Fürth wegen ihrer weiterführenden Schulen von großer Bedeutung ist, dann möchte ich nicht wissen, wie sich ein Leserbriefschreiber aus dem südlichen Landkreis Fürth ohne weiterführende Schulen über "die 68er" äußern würde. 

Der Versuch, eine ganze Generation in eine Schublade zu stecken, ist bei keiner Generation so oft versucht worden wie bei "den 68ern", und zwar stets mit negativem Erfolg für eine negative Darstellung von jungen Leuten, denen Petting lieber war als Pershings. Stöhnen auf der Parkbank fanden viele von uns besser als Stöhnen auf dem Schlachtfeld.

Irgendwann mussten auch immer mehr Heranwachsende einsehen, dass die bis dahin so hoch gelobte Heirat einer Jungfrau immer unmöglicher wurde, weil die Jungfrauen entweder in einer anderen Stadt wohnten oder gerade mit einem Altersgenossen per Einführung gewisse körperliche Veränderungen herbeiführten, die eine solche Heirat für alle Zeiten ausschlossen.

Viele Landwirte haben damals übrigens Demos abgelehnt, nicht, weil "wir" ihre Felder bevögelten, sondern weil "die 68er" nach ihrer Auffassung in die DDR gehörten, wo "wir" schneller in einem Gefängnis gelandet wären als seinerzeit in der BRD ehemalige SS-Mörder. 

Aber immerhin: Heutzutage demonstrieren auch immer mehr Landwirte.

Also merken: Der Mond mag Ami sein, Gott ist es nicht.  

  

Freitag, 13. Dezember 2013

Informatives

Rückblick auf das Jahr 1968

Willy wird 100

Dass die SPD trotz Enttäuschungen über die Große Koalition bis 1969 als Hoffnungsträgerin dastand, hatte mehrere Gründe. Die Wirtschaftsflaute 1966/67 war auf die BRD begrenzt und konnte 1968/69 vor allem auch durch verstärkte Exporte überwunden werden. Ehemalige Bergarbeiter fanden anderswo Arbeit. Bis 1970 sank die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet und bundesweit wieder auf 0,7 Prozent. Im Spätsommer 1969 entlud sich die Unzufriedenheit in den Betrieben in einer spontanen Welle von Streiks für Teuerungszulagen. Dies und die seit den europaweiten Massenprotesten 1968 einsetzende Aufbruchstimmung stärkte im Wahlkampf 1969 die SPD. Wie kein anderer an der SPD-Spitze verstand es Willy Brandt, auch aufgrund seines eigenen Werdegangs, eine aufmüpfige junge Generation aus der Arbeiter- und Studentenbewegung einzubinden, den Protest in ein reformistisches Fahrwasser zu lenken und ihm die revolutionäre Spitze zu nehmen.

Scharf links, 12. Dezember 2013

Dienstag, 2. Juli 2013

Der Schweiz-Meyer

Berät den "Blick" und interviewt "herausragende Intellektuelle"

Frank A. Meyer ist ein Journalist aus der Schweiz, der die Boulevard-Zeitung "Blick" berät. Gibt es da nicht noch einen? Altkanzler Gerhard Schröder! Ob auch Meyer Putin für einen "lupenreinen Demokraten" hält, müsste ich googeln, aber den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert wird er dafür halten. Der ist gestern auf 3sat sein Gesprächspartner gewesen.

Wenn sich Intellektuelle unterhalten, fragt man sich oft, wann die endlich ihre Bibliotheken verlassen, den Staub von Büchern blasen und dem "Volk aufs Maul" schauen. Lammert vertritt die Auffassung, dass gemeinsame Überzeugungen wichtig sind für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Kann er. Man muss seine Überzeugungen schließlich nicht teilen. Das ist mir gestern Abend besonders leicht gefallen, als der Journalist aus der Schweiz, der übrigens bei jedem Gespräch sein Heimatland als leuchtendes Beispiel darstellt, das Gespräch auf  "die 68er" brachte. In Windeseile wurde diese Generation auf Rudi Dutschke reduziert, Lammert bescheinigte ihm eine hohe Intelligenz und eine große Redegewandtheit, sicher war der Bundestagspräsident auch: "Den Weg von Joschka Fischer wäre er nicht gegangen."

In meiner Broschüre "Blumen im Haar - Philishave am Kinn - Polizeiknüppel im Nacken" habe ich eine Bundestagsdebatte dokumentiert, die am 9. Februar 1968 stattfand. Der CDU-Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger schrieb damals Demonstrantinnen und Demonstranten ins Stammbuch, dass jeder seine Meinung frei äußern dürfe, da man aber in einem Rechtsstaat lebe, "in dem niemandem erlaubt ist, seine Meinung durch Gewalt auszudrücken", müssten Gesetz und Recht geachtet werden. Was aber am 2. Juni 1967 nicht für den Polizeibeamten gegolten hatte, der in Berlin den Studenten Benno Ohnesorg ermordete?

Kann und darf man Überzeugungen mit jemandem teilen, der mit zweierlei Maß misst?  Soll Zusammenhalt mit Lügen erkauft werden? Norbert Lammert mag Multikulti für gescheitert halten, in Wirklichkeit scheitert sein Gesellschaftsmodell an so genannten "hochgestellten Persönlichkeiten", die jedes Vertrauen unterhöhlen. Das zu erkennen, dafür ist er zu intellektuell?

Sonntag, 16. Juni 2013

Früher DDR

Und jetzt werden sie sogar vom "Spiegel" vermisst

Früher haben Landwirte am Straßenrand gestanden, die bunten Demo-Schlangen nachriefen: "Geht doch in die DDR, wenn es euch hier nicht gefällt." Dass die Funktionäre im "real existierenden Sozialismus" darüber gar nicht begeistert gewesen wären, so weit reichte die Fantasie dieser Pöbelnden nicht. Dann ging die DDR unter - und das Bunte verschwand auch? Vermisst wird es jedenfalls von einer "Spiegel"-Autorin. Und zwar sehr. Oberflächlich.

Denn diese Frau scheint verrückt mit vergammelt zu verwechseln. Dabei ist man in dieser Welt wie von selbst verrückt, wenn man normal bleibt. Da hungern Kinder und Regierungen liefern sich einen Rüstungswettlauf. Quer denken war zwar schon früher verboten, aber heute ist aus Denken "Denkste!" geworden. Da mischen sich unverheiratete Männer in Kleidern in das Privatleben ein und der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin halten die auch noch für wichtig. Die katholische Kirche hat es dem Vernehmen nach auch früher schon gegeben, aber wenn der Vatikan etwas verbot, stellte man die Songs der Stones lauter. Jedes Verbot war ein nützlicher Tipp. Bis der Vatikan von der Mafia den Tipp bekam, dass es nichts Wichtigeres gibt als gewaschenes Geld.

Die Normalen, die als verrückt gelten, dürfen gar nicht vergammelt sein. Das wäre Anpassung. Wer über ein gutes Gedächtnis verfügt, geht beim zweiten Mal nur noch widerwillig zur Wahl. Bei den Spontis hieß es früher "Wissen ist Macht. Nichts wissen, macht nichts." Die haben es in zwei Sätzen gesagt, heute gibt es bei jedem Sender Talkshows, die mindestens 45 Minuten dauern. Und bald wieder bunte Plakate. Weil niemand merken soll, dass früher nur die Theorie grau war und heute auch die Praxis derjenigen, die Normale für verrückt erklären...?

Donnerstag, 21. März 2013

Hannes Wader

Echo für Lebenswerk

Geboren 1942 in Bielefeld. Das verheißt eigentlich nichts Gutes. Dennoch bekommt Hannes Wader heute Abend den Echo für sein Lebenswerk. Er ist mal hier - er ist mal dort gewesen. Er war sogar in der DKP und war lange davon überzeugt, dass sozialistische Umweltverschmutzung besser ist als kapitalistische. Bis die Mauer fiel. Er habe das Schwarz-weiß-Denken gebraucht, sagt er. Sogar als ihm ein Polizeibeamter eine Pistole in die Rippen hielt, weil er eine Wohnung an die Terroristin Gudrun Ensslin vermietet hatte. Die hatte ihn gelinkt, gab sich als NDR-Redakteurin aus, machte während seiner Abwesenheit Sprengstoffexperimente in der Wohnung.

Da war die rechte Sache klar: Dieser Liedermacher musste geschnitten werden. Aber Reinhard Mey hat zu ihm gehalten. Andere auch. Die Schmuddelkinder hielten zusammen. Strömten wie meine Frau und ich ins Aegi, als er in Hannover ein Konzert gab. Bei dem man ihm den Strom abschaltete, weil er zu lange auf der Bühne stand. Da verschwand er für ein paar Minuten. Dann waren Hannes Wader und das Licht wieder da. Wie der Verfassungsschutz den ganzen Abend...

Diesen Liedermacher mochte die Studentenbewegung. Manchmal ein bisschen zu viel. Alle wollten etwas von ihm. Nur für sie sollte er noch singen. Das hat er abgelehnt. Heute Abend verbeugen sich auch Sängerinnen und Sänger vor ihm, die ein oder zwei Lieder von ihm möglicherweise aus der "Mundorgel" kennen. Denn Hannes Wader hat das Volkslied aus dem Sumpf von Nationalismus und Deutschtümelei befreit.

Dieser Liedermacher mag viel verloren haben - aber den Echo gewann er zu Recht.

Samstag, 22. Dezember 2012

Der Wassermann

Wieder beginnt ein neues besseres Zeitalter

"Hair erzählt die Geschichte einer Gruppe gegen das Establishment eingestellter langhaariger (daher der Name des Musicals) Hippies, die in der Stadt New York unter dem Vorzeichen des "Zeitalters des Wassermanns" leben und lieben und sich gegen die Einberufung als Soldaten für den Vietnamkrieg auflehnen. Der frisch vom Land hinzugestoßene Claude Hooper Bukowski, die junge Frau Sheila und ihr charismatischer Zimmergenosse Berger leben in einer Dreiecksbeziehung lustvoll aber ziellos in den Tag hinein. Claude gerät, hin und her gerissen zwischen den patriotischen Impulsen seiner bürgerlichen Herkunft und den im Kreise seiner neuen Freunde erstarkten pazifistischen Idealen, in einen inneren Konflikt, denn mit Eintreffen der Einberufung muss er sich entscheiden, ob er wie die anderen den Kriegsdienst verweigern (und damit eine drohende Gefängnisstrafe und gesellschaftliche Ächtung in Kauf nehmen) oder seine pazifistischen Ideale missachtend, sich der militärischen Autorität unterwerfen, Menschen töten und sein Leben in Vietnam riskieren soll."

Wikipedia

Der Wassermann war 1968. Auch damals begann angeblich ein neues Zeitalter, dazu selbstverständlich auch ein besseres, in dem Regierungen nicht mehr die Ermordung von Menschen befehlen können, mit denen wir noch nie ein Wort gesprochen und die einem persönlich auch nichts getan haben, während die Ermordung von Menschen, mit denen wir so manches Wort gesprochen und die uns persönlich auch etwas getan haben, verboten ist. Irgendwann ist das Gebot "Du sollst nicht töten" von "Verteidigungs"ministern und Generälen geteilt worden und gilt seither nur noch für Zivilisten. Pfaffen, die sonntags dieses Gebot predigten, segneten montags Waffen und wurden deshalb von vielen nicht mehr ernst genommen. Hat man einen Arbeitgeber, der nie mit einem spricht, kann man schon psychisch so krank werden, dass man als Geistlicher Krieg für etwas Gutes hält und glatt vergisst, was der Arbeitgeber davon hält. Dessen Geburt feiern wir übrigens übermorgen.

Seit 1968 hat sich viel verändert, manches ist sogar besser geworden. Das soll nun noch besser werden. Glauben jedenfalls die Mayas, die gestern den Beginn eines weiteren neuen Zeitalters gefeiert haben. Auch dieses Zeitalter soll friedlich werden. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt - und vielleicht gibt es tatsächlich irgendwann keine Kriegsminister mehr.


Sonntag, 9. Dezember 2012

Peer Steinbrück

Schlägt großen Bogen auf Nominierungsparteitag

In seiner mit Spannung erwarteten Rede hat heute der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in Hannover einen großen Bogen geschlagen. Der 65-Jährige erinnerte an die Verfolgung im Kaiserreich und während des Hitler-Faschismus, er streifte die Verleumdungskampagnen gegen Willy Brandt und zitierte Otto Wels, der am 23. März 1933 in der Berliner Krolloper eine Rede gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz hielt: "Freiheit und das Leben kann man uns nehmen, die Ehre aber nicht." Wegen Brandt sei er in die SPD eingetreten, sagte Steinbrück. Dieser Bundeskanzler wollte "mehr Freiheit wagen" und die Schule zur "Schule der Nation" machen. Willy Brandt schlug Schneisen in die Front der kalten Krieger - und war so Wegbereiter der deutschen Einheit, dem man einen Spion auf den Hals schickte.

Die von Willy Brandt geführte sozialliberale Regierung war sicherlich die erfolgreichste in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, wenn man die Ergebnisse auf die eine und den Widerstand konservativer und reaktionärer Kreise auf die andere Waagschale legt. Die junge Republik erwachte in jenen Jahren aus einem Dornröschenschlaf und rieb sich die Augen, weil man sie eingemauert hatte. Als Willy Brandt 1970 nach Erfurt fuhr, musste sich die DDR-Führung eines propagandistischen Tricks bedienen, damit zumindest für die Funktionäre nicht offenbar wurde, was allen klar war: Dieser Bundeskanzler hätte auch jenseits der Elbe die Wahl gewonnen. Kein Bundeskanzler holte für die SPD ein solches Wahlergebnis wie Brandt 1972. Bei einer Wahlbeteiligung von 91,1 Prozent bekam die SPD 45,8 Prozent der Stimmen.

Gelehrt hat uns die Geschichte damals: Gegen gesellschaftliche Strömungen kommt auch die Springer-Presse nicht an. Doch Willy Brandt hat auch verheerende Fehler gemacht. Zu seiner Zeit als Bundeskanzler wurde der "Radikalenerlass" eingeführt, mit dem so genannten "Verfassungsfeinden" der Weg in den öffentlichen Dienst versperrt wurde. Entsetzt musste Brandt feststellen, dass mit Gesinnungsschnüffelei das gesellschaftliche Klima vergiftet wurde. Bekannt ist heute auch: Kommunisten und alle, die dafür gehalten wurden, mussten draußen bleiben, Neofaschisten lachten sich ins Fäustchen.

Ein NPD-Verbot ist nicht genug, um die "braune Soße" einzudämmen, hat Peer Steinbrück heute in Hannover gesagt. Dennoch soll auch die Bundesregierung beim zweiten Versuch mitmachen. Die Extremismus-Klausel, die Gleichsetzung von rechter und linker Gewalt will der SPD-Kanzlerkandidat über Bord werfen. Vielleicht sollte Steinbrück auch noch den nächsten Schritt wagen: Gewalt muss geächtet werden. Die Bundesrepublik Deutschland braucht eine neue Aufbruchstimmung. Die schafft man nicht mit Worthülsen, die schafft man auch nicht mit einem Griff in die SPD-Geschichtskiste. Die schafft man nur mit einem Gegenmodell, mit einem schlüssigen Gesamtkonzept - und nicht mit Ankündigungen, aus denen nichts werden kann. Das Sozial- und das Bildungssystem werden immer maroder. Auf dieses wackelige Gerüst sollte Steinbrück nicht noch etwas drauf packen, sondern die Fundamente stärken. Aus Denken muss Um-Denken werden. Dabei konkurriert die SPD mit einer CDU, die immer sozialdemokratischer wird - jedenfalls scheinbar. Wenn aber Angela Merkel schon so weit ist, sollte Peer Steinbrück noch einen Schritt weiter gehen. Dabei steht er sich selbst aber im Weg. Ein zweiter Willy Brandt wird aus dem nicht - oder kann sich jemand Brandt als Vortragsabkassierer vorstellen?

P. S. Peer Steinbrück bekam 93,45 Prozent der Stimmen

Montag, 17. September 2012

Der Streisand-Effekt

Englisches Königshaus vergisst: Kate oben ohne besser als mit Anwalt

Auch ich habe schon einmal Ärger wegen eines Oben-ohne-Fotos bekommen. Der begann und endete mit einem Brief eines Anwaltes aus Hannover, der mir am 18. August 2010 im Namen einer Malerin eine Abmahnung schickte: “Durch einen Hinweis hat meine Mandantin Kenntnis davon erhalten, dass Sie für das von Ihnen 2007 veröffentlichte Buch mit dem Titel “Blumen im Haar – Philishave am Kinn – Polizeiknüppel im Nacken” auf dem Cover ein vor ca. 30 Jahren aufgenommenes Foto meiner Mandantin verwenden, auf dem sie nackt, nur mit einer Bikinihose bekleidet, in Großaufnahme am Strand zu sehen ist.”

Der Streisand-Effekt

Freitag, 20. Juli 2012

Legalize Kamillentee




Wohnanlage auf "Uschi-Obermaier-Hügel"

Auch die 68er werden 70: Deswegen gibt es jetzt die erste Alt-Hippie-Anlage. Ratgeber-Autor Heinz-Peter Tjaden hat sie besucht. Sein Bericht:
Die Wohnanlage “Legalize Kamillentee” liegt auf einer sanften Anhöhe, dem so genannten “Uschi-Obermaier-Hügel” mit einer meterhohen Hanfpflanze als wichtigstes Wahrzeichen. Die Lehmhütten sind zum Hof hin offen. Geschwungene Wege führen zur Martin-Luther-is-the-King-Church und zum “Sacco-und-Vanzetti-hätten-niemals-hingerichtet-werden-dürfen”-Mahnmal.
Der Bericht

Mittwoch, 7. März 2012

Roter Punkt

Den gibt es wieder in Hannover

Morgen stehen Busse und Bahnen in Hannover still. Der Grund ist ein Streik, der während der CeBIT stattfindet. Wie kommt man morgen zum Messegelände? Mit einem Roten Punkt, den Messegäste am Straßenrand stehend in der Hand halten und den Autofahrerinnen und Autofahrer hinter die Windschutzscheibe legen. Herunterladen kann man sich den Roten Punkt auf den CeBIT-Internetseiten. Als Zeichen der Gastfreundschaft.

Im Juni 1969 dagegen ist der Rote Punkt in Hannover Zeichen des Protestes gewesen. Die Menschen gingen gegen Preiserhöhungen der Üstra auf die Straße, boten Mitfahrgelegenheiten in ihren Autos an. Je länger die Demonstrationen dauerten, desto massiver wurde das Vorgehen der Polizei. Sogar 13-Jährige steckte man ins Gefängnis. Der Polizeipräsident sagte zu einem Kabarettisten aus Hannover: "Vor Jahren waren Sie noch ein Mensch, jetzt sind Sie nur noch Demonstrant."

Doch schon nach kurzer Zeit machte halb Hannover mit, am 18. Juni 1969 wurde die Aktion von den Initiatoren für beendet erklärt, die Preiserhöhung um 33 Prozent zurück genommen. Die Üstra, bis dahin ein privater Verkehrsbetrieb, ging in kommunalen Besitz über.